Eine schmalere Taille ist ein ästhetisches Ergebnis, für sich genommen aber kein Sicherheitsnachweis. Das ist besonders relevant, wenn der Eingriff die Rippen und nicht nur Weichteile verändert. Ein SheFinds-Bericht vom 28. September 2026 thematisierte Risiken an der Brustwand. Mariam Qayums Beitrag auf der werbefinanzierten Beauty-Website griff unter anderem ein Social-Media-Video eines Arztes auf. Er liefert Medienkontext, keinen Nachweis für einen allgemeinen Trend oder eine Behandlungswirksamkeit.

Eine am 13. Oktober 2026 im Aesthetic Surgery Journal veröffentlichte prospektive Studie ergänzt nun einen klar begrenzten Beobachtungszeitraum: 100 aufeinanderfolgende Behandelte wurden vor dem Eingriff und nach sechs Monaten untersucht. Achtzig erhielten RibXcar allein, zwanzig zusätzlich eine Fettabsaugung am Körper. Bei der Technik wird eine Rippe kontrolliert teilweise durchtrennt; sie unterscheidet sich von einer Rippenentfernung. Das macht nicht sämtliche als Rippenmodellierung beworbenen Verfahren miteinander vergleichbar.

Was sechs Monate aussagen können

Der Abstract nennt 8 Prozent leichte Komplikationen und keinen Pneumothorax oder Hämatothorax, also keine Luft- oder Blutansammlung um eine Lunge, in dieser Serie. Die Lungenfunktion veränderte sich nach sechs Monaten in keiner Gruppe statistisch signifikant. Zu diesem Zeitpunkt waren die berichteten Schmerzen abgeklungen; die Zufriedenheitswerte im BODY-Q hatten sich verbessert.

Das sind nützliche Beobachtungen bei den untersuchten Personen. Sie bedeuten kein Nullrisiko. Bei hundert Menschen können seltene Ereignisse ausbleiben, und eine Bewertung nach sechs Monaten beantwortet keine Fragen zu späteren Problemen. Auch eine statistisch nicht signifikante Änderung der Lungenfunktion garantiert nicht, dass die Atmung bei jedem Menschen unter allen Bedingungen unbeeinträchtigt bleibt.

Die stärkere gemeldete Taillenveränderung in der Gruppe mit zusätzlicher Fettabsaugung lässt sich nicht allein der Rippenoperation zuschreiben. Ein randomisierter Vergleich ist durch den zugänglichen Abstract nicht belegt. Ausgangsunterschiede und der zusätzliche Eingriff bleiben deshalb für die Einordnung wichtig; der größere Wert ist kein individuelles Ergebnisversprechen.

Interessen und weitere Daten gehören dazu

Eine frühere RibXcar-Kohorte vom 14. Juli 2026 berichtete unter 3.805 Patientinnen Pneumothorax, Hämatothorax und chronische Schmerzen. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres mit der kleineren Serie zusammenrechnen. Sie zeigen aber, warum das Ausbleiben solcher Ereignisse in einer Studie nicht mit fehlendem Risiko gleichzusetzen ist.

Die Juli-Arbeit legte außerdem offen, dass Raúl Manzaneda Cipriani die Technik entwickelt hat und Einnahmen aus einer speziellen, proprietären Instrumentenspitze erzielt. Er ist auch Mitautor der Oktober-Studie. Diese dokumentierte Verbindung erhöht die Bedeutung unabhängiger Bestätigung, macht die Ergebnisse allein aber nicht ungültig.

Für eine Behandlungsentscheidung bleiben die längerfristigen Ergebnisse des konkret angebotenen Verfahrens, die Erfassung von Komplikationen und passende Alternativen entscheidend. Taillenmaß, Zufriedenheit und Sicherheit sind getrennt zu bewerten. Grundlage dieser Analyse ist der Oktober-Abstract. Volltext, Finanzierungsdetails und vollständige aktuelle Interessenerklärung waren nicht zugänglich. Die frühere Offenlegung wird deshalb ausdrücklich als solche benannt.

Quellen & Nachweise

  1. Aesthetic Surgery Journal · PubMed PMID 42867306
  2. DOI · RibXcar: Safety Fundamentals and Surgical Protocol for Controlled Costal Osteotomy in Body Contouring Surgery: A Prospective Study of 100 Patients.

KI-generiertes Symbolfoto eines bekleideten erwachsenen Oberkörpers. Der fiktive Körper ist weder Patient noch Zielideal oder Ergebnis einer Rippenoperation; keine Behandlungsmessung.