Wer eine Ohrkorrektur erwägt, muss mehr beurteilen als die Facharztbezeichnung. Entscheidend sind das gewünschte Ergebnis, die Erfahrung des behandelnden Teams und die Erfahrungen anderer Patienten. Ein neuer Vergleich liefert dazu einen Anhaltspunkt. Eine verlässliche Rangliste der Fachgebiete lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Mohammed Naif Alsubhi und Kollegen untersuchten die berichtete Zufriedenheit nach Otoplastiken an zwei saudischen Universitätskliniken. Die am 28. Oktober 2026 in Aesthetic Plastic Surgery veröffentlichte Studie fand Unterschiede zugunsten einer Behandlergruppe. Ihr eigener Schluss enthält zugleich die entscheidende Einschränkung: Unabhängige Einflüsse des Fachgebiets und der behandelnden Klinik sind nicht nachgewiesen.

Ein Punktunterschied ist kein Prozentsatz

An der Querschnittsbefragung nahmen 96 saudische Patienten teil, darunter 45 weibliche und 51 männliche Personen. Die Antworten wurden telefonisch und über Onlineformulare erhoben. Der berichtete mittlere Zufriedenheitsgewinn betrug 39,76 auf dem verwendeten Messinstrument, bei p < 0,001. Das bedeutet weder eine um 39,76 Prozent bessere Erscheinung noch eine entsprechende Wahrscheinlichkeit, persönlich mit dem Eingriff zufrieden zu sein.

Nach Behandlung durch plastische Chirurgen wurden größere Zugewinne angegeben als nach Behandlung durch HNO-Chirurgen. Zugleich unterschieden sich die Ergebnisse der beiden Kliniken; für die berichteten Vergleiche galt p < 0,001. Gerade diese Überschneidung erschwert die Deutung. Unterschiede zwischen Patientengruppen, Operationstechniken, Erwartungen oder Versorgungsabläufen könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Welche Erklärung den Abstand trägt, klärt der zugängliche Bericht nicht.

Was für die Behandlerwahl offenbleibt

Die Patienten wurden nicht zufällig verschiedenen Operationsteams zugeteilt. Zufriedenheit ist ein relevantes Ergebnis aus Patientensicht. Eine Befragung belegt für sich genommen aber weder weniger Komplikationen noch bessere Symmetrie oder länger anhaltende Resultate. Auch der statistisch nicht signifikante Geschlechtsvergleich mit p = 0,423 ist kein Nachweis gleichwertiger Ergebnisse für alle Gruppen.

Diese Studienanalyse stützt sich auf den PubMed-Abstract und frei zugängliche Verlagsangaben. Die vollständige Methodik, Gruppengrößen, der Befragungszeitpunkt und die detaillierte Berücksichtigung von Patientenunterschieden konnten im kostenpflichtigen Volltext nicht geprüft werden. Der Punktabstand sollte deshalb nicht als allgemeines Qualitätsurteil über Fachgebiete ausgegeben werden.

Für eine Behandlungsentscheidung ergibt sich eine konkretere Frage: Welche Ergebnisse erfasst ein bestimmtes Team, bei welchen Patienten und über welchen Zeitraum? Ein kontrollierter Vergleich mit klar beschriebenen Gruppen könnte den Beitrag der Ausbildung besser von Klinikbedingungen und Fallauswahl trennen. Bis dahin bleibt die Zufriedenheit ein Befund, der gemeinsam mit diesen Informationen eingeordnet werden muss.

Quellen & Nachweise

  1. Aesthetic plastic surgery · PubMed PMID 42955310
  2. DOI · Surgical Specialty Matters: A Multicenter Post-otoplasty Satisfaction Comparative Study between Plastic Surgeons and Otolaryngologists.

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