Ein Laser kann Teil der Behandlung eingesunkener Aknenarben sein. Doch was bringt es, danach noch einen Filler einzusetzen? Eine chinesische Studie mit 160 Teilnehmenden berichtet bessere Ergebnisse für eine Kombination aus fraktioniertem CO₂-Laser und einer Calciumhydroxylapatit-haltigen Injektionsmischung. Der Vergleich liefert auch Hinweise darauf, welchen zusätzlichen Aufwand diese Verbesserung bedeutet.
Die Arbeit von Weiliang Chen und Mitautoren erschien online am 6. Juli 2026 in Aesthetic Plastic Surgery. Die Teilnehmenden wurden an einer Klinik zufällig zwei Gruppen zugeordnet. Beide erhielten die Laserbehandlung; eine Gruppe bekam anschließend zwei zusätzliche Injektionssitzungen. Nach sechs Monaten lagen auswertbare Ergebnisse von 159 Personen vor. Eine Person aus der Lasergruppe war für die Nachbeobachtung ausgefallen.
Mehr Verbesserung auf einer Narbenskala
Der durchschnittliche Rückgang auf der verwendeten Narbenskala betrug 10,61 Punkte mit der Kombination und 5,74 Punkte mit dem Laser allein. Auch die Bewertung durch verblindete Untersucher und die Zufriedenheit der Teilnehmenden fielen für die Kombination günstiger aus.
Diese Werte bedeuten nicht, dass Narben um einen bestimmten Prozentsatz verschwanden. Sie beschreiben Veränderungen auf einem Bewertungssystem. Innerhalb der Kombinationsgruppe reagierten breitere, schüsselförmige und wellenförmige Narben besser als schmale, tief eingezogene Narben. Der Narbentyp bleibt also für die Interpretation wichtig; ein einheitlicher Effekt für jedes Hautbild lässt sich nicht ableiten.
Was tatsächlich injiziert wurde
Eine entscheidende Einzelheit steht im Methodenteil: Die untersuchte Mischung enthielt neben Calciumhydroxylapatit auch unvernetzte Hyaluronsäure. Die Studie prüft damit ein konkretes Kombinationsprotokoll mit zusätzlichen Terminen. Sie kann nicht klären, welcher Anteil des Vorteils auf Calciumhydroxylapatit allein zurückgeht. Ebenso wenig belegt sie dieselben Ergebnisse für jedes andere Fillerprodukt oder eine anders zusammengesetzte Behandlung.
Die Untersuchung fand an einem einzelnen Zentrum statt. Der zentrale Vergleich endet sechs Monate nach dem Laser. Für die Dauerhaftigkeit über Jahre und für seltene oder spät auftretende Probleme sind deshalb weitere Daten nötig.
Wenn zum Laser zusätzliche Injektionen hinzukommen, sollte sich auch die Arztauswahl an beiden Behandlungsschritten orientieren. Welche Erfahrung hat der Behandler mit dem kombinierten Vorgehen, und wie ist die Nachsorge organisiert? Trusted Ones nennt Behandlungsart, Qualifikation und Nachsorge als Kriterien seiner behandlungsspezifischen Arztauswahl. Die vorliegende Untersuchung macht deutlich, warum solche Fragen konkret beantwortet werden sollten: Dem möglichen Zusatznutzen stehen weitere Behandlungsschritte und die berichteten Blutergüsse gegenüber. Im Beratungsgespräch gehören deshalb erwartete Verbesserung, zusätzliche Belastung und die Betreuung bei Nebenwirkungen zusammen.
Die Erholung gehört zur Rechnung
Schmerzen, Rötungen, Schwellungen und Krusten wurden nach der Behandlung beobachtet. In der Kombinationsgruppe bekamen 28 von 80 Personen, also 35 Prozent, Blutergüsse nach den Injektionen. Diese klangen ohne zusätzliche Behandlung innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.
Länger anhaltende Rötungen und Pigmentveränderungen traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf. Wenn sie auftraten, heilten sie in der Kombinationsgruppe im Durchschnitt schneller ab. Das ist ein Unterschied zur Aussage, die zusätzliche Behandlung verhindere solche Reaktionen grundsätzlich.
Für das Publikum ist der Befund vor allem eine Einladung zu präziseren Fragen: Welche Narben wurden untersucht, wie groß war die gemessene Verbesserung, und wie viele Termine samt Erholungszeit waren dafür nötig? Die Studie erweitert die Gesprächsgrundlage zu einem möglichen Behandlungsansatz. Eine individuelle Auswahl von Verfahren, Produkt oder Behandler ersetzt sie nicht.
Quelle: Weiliang Chen und Mitautoren, Aesthetic Plastic Surgery, online veröffentlicht am 6. Juli 2026; PMID 42410192. Eigenständige journalistische Einordnung und deutschsprachige Bearbeitung der unter CC BY 4.0 veröffentlichten Forschung. Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Quellen & Nachweise
- Aesthetic Plastic Surgery · PubMed PMID 42410192
- DOI · Calcium Hydroxylapatite Combined with CO2 Ablative Fractional Laser for Atrophic Acne Scars: A Randomized Controlled Study
KI-generiertes Symbolfoto: eine fiktive Frau mit dezenten, aknenarbenartigen Vertiefungen an der Wange. Keine Studienteilnehmerin, kein Behandlungsergebnis.




