Wer eine Laser-Haarreduktion erwägt, kann sehr unterschiedliche Ziele haben: weniger Haare, feineren Nachwuchs oder selteneres Rasieren. Ein gemessener Haardurchmesser beantwortet nicht automatisch die Frage, wie viel leichter der Alltag wird. Genau diese Unterscheidung macht eine am 1. Oktober 2026 in Lasers in Medical Science veröffentlichte Untersuchung interessant.
Bei der Verringerung der Haardicke schnitt ein kombinierter 755/1064-nm-Modus besser ab als ein 755-nm-Alexandritmodus. Allerdings war die Studie klein und nicht randomisiert. Ob Menschen den zusätzlichen Unterschied sehen oder als relevant empfinden, wurde nicht nachgewiesen. Auch bei der Zahl der Haare pro Quadratzentimeter zeigte sich kein statistisch gesicherter Zusatznutzen.
## Worauf sich die 28 Prozent beziehen
Bei den 36 Personen, die das Protokoll abschlossen, nahm die mittlere Haardicke vom Ausgangswert bis Woche 20 im Hybridmodus um 30,6 Prozent und im Einzelmodus um 23,9 Prozent ab. Die Autoren beschreiben dies als ungefähr 28 Prozent größere relative Abnahme der Haardicke. Daraus werden nicht 28 Prozent mehr entfernte Haare.
Der absolute Unterschied zwischen den Dickenabnahmen betrug 0,00461 mm; das 95-Prozent-Konfidenzintervall lag bei 0,00209–0,00713 mm (p=0,0007). Statistisch ist das ein messbarer Vorteil. Für seine Bedeutung im Alltag fehlt jedoch eine etablierte Schwelle: Ab welchem Unterschied in der trichoskopisch gemessenen Haardicke empfinden Behandelte eine Verbesserung als lohnend? Eine formale quantitative Bewertung von Fotos durch verblindete Beurteilende gehörte ebenfalls nicht zu den Endpunkten.
Die Haardichte ging unter beiden Verfahren zurück. Die zusätzliche Abnahme im Hybridmodus war statistisch nicht signifikant (p=0,238). Das beweist weder Gleichwertigkeit noch Wirkungslosigkeit. Der Vergleich konnte einen zusätzlichen Vorteil bei der Dichte nicht zeigen.
## Was der Vergleich leisten kann
Jede Person erhielt beide Modi an vergleichbaren Körperstellen. So lassen sich Unterschiede zwischen Personen teilweise ausschalten. Welche Seite welchen Modus erhielt, wechselte nach der Reihenfolge der Aufnahme; eine verdeckte Zufallszuteilung gab es nicht. Drei Sitzungen lagen jeweils vier Wochen auseinander. Von 41 aufgenommenen Erwachsenen gingen nur 36 in die maßgebliche Wirksamkeitsanalyse ein: Vier erschienen nicht mehr zur Nachbeobachtung, eine Person schied nach einem unerwünschten Ereignis aus. Eine ergänzende Intention-to-treat-Analyse fehlte.
Unter den 36 waren 29 Männer; alle hatten Hauttyp III oder IV. Bei 22 Personen wurden die Beine untersucht. Eine allgemeine Überlegenheit für jedes Geschlecht, jeden Hauttyp oder jede Körperregion folgt daraus nicht. Zudem unterschieden sich die Energieeinstellungen. Der Nutzen lässt sich deshalb nicht allein der zweiten Wellenlänge zuschreiben. Was nach Woche 20 nachwächst, bleibt offen.
## Verträglichkeit ist eine eigene Frage
Bei der Zufriedenheit bestand kein signifikanter Unterschied. Im Hybridmodus waren die Schmerzen nur in der zweiten Sitzung etwas höher; wegen mehrerer nicht statistisch korrigierter Nebenvergleiche ist dieser Befund vorsichtig zu lesen. Gerätebezogene Ereignisse wurden an Hybridstellen nicht beobachtet, an Einzelmodusstellen zweimal: Krustenbildung, in einem Fall mit notwendiger Entfernung der Kruste und anschließendem Studienabbruch. Bei 41 Personen belegt das keine höhere Sicherheit.
Wontech stellte Geräte und eine nicht zweckgebundene Forschungsförderung bereit. Laut Autoren hatte der Sponsor keinen Einfluss auf Forschung oder Einreichungsentscheidung; weitere Interessenkonflikte wurden nicht erklärt. Für Leserinnen und Leser präzisiert die Studie damit die entscheidende Frage: Welches Ergebnis verbessert sich, über welchen Zeitraum, und ist der Unterschied im Alltag relevant? Dafür braucht es längere randomisierte Vergleiche mit patientennahen Endpunkten.
Quellen & Nachweise
- Lasers in Medical Science · PubMed PMID 42821172
- DOI · A hybrid 755-nm/1064-nm dual-wavelength laser compared with a single 755-nm alexandrite laser for hair reduction: a prospective, single-blind, split-body controlled trial with alternating allocation
KI-generiertes Symbolfoto eines fiktiven erwachsenen Mannes in mattschwarzer Kleidung, sitzend vor warmem Elfenbeinton. Haut und Körperhaare zeigen kein Behandlungs- oder Studienergebnis.




